24.–26. April
Ausstellung im Wasserturm Militärgeschichts-landschaft Kummersdorf – Fotografien von
Swen Bernitz
Kummersdorf, etwa 10 km südlich von Zossen, gehört zu den bedeutendsten militärhistorischen Orten Deutschlands und ist dennoch vielen kaum bekannt. Die Fotoausstellung von Swen Bernitz widmet sich diesem außergewöhnlichen Gelände und macht seine Geschichte und heutige Erscheinung sichtbar.
Das Areal wurde 1875 als Artillerieschießplatz der Artillerieprüfungskommission gegründet und in den folgenden Jahrzehnten stark ausgebaut. Während der NS-Zeit entwickelte sich Kummersdorf zur Heeresversuchsstelle und zu einem zentralen Ort der deutschen Rüstungsforschung. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten sowjetische Streitkräfte das Gelände bis 1994 als Kasernenstandort; in dieser Zeit entstand auch der Militärflugplatz Sperenberg.
Seit 2007 steht die ehemalige Heeresversuchsstelle als größtes Flächendenkmal Deutschlands unter Denkmalschutz. Der Förderverein Museum Kummersdorf e. V. engagiert sich seit über 30 Jahren für den Erhalt des Areals und wurde dafür 2024 mit dem Preis „Einfach machen – Teltow-Fläming“ ausgezeichnet.
Die Fotografien von Swen Bernitz zeigen den heutigen Zustand des Geländes: ein stilles Archiv aus Ruinen, überwucherter Vegetation und architektonischen Spuren vergangener Machtansprüche. In einer Art visueller Archäologie dokumentiert Bernitz, wie Geschichte sich in Landschaft und Bauwerken eingeschrieben hat – und wie Natur und Verfall diese Spuren langsam verändern.
Die Ausstellung versteht sich zugleich als Beitrag zur Debatte über den Umgang mit ehemaligen Militärflächen und historisch belasteten Orten. Sie macht auf die ungeklärte Zukunft des Geländes aufmerksam und plädiert für einen bewussten gesellschaftlichen Umgang mit diesem besonderen Zeugnis der Geschichte.
Swen Bernitz (geb. 1970 in Berlin) lebt und arbeitet in Wünsdorf. Als Fotograf und Mitglied des bbk Brandenburg beschäftigt er sich in konzeptuellen Langzeitprojekten mit der Wahrnehmung und Veränderung der gebauten Umwelt in Berlin und Brandenburg. Seine meist menschenleeren, überwiegend schwarzweißen Arbeiten zeigen Architektur als Ausdruck kollektiven Gedächtnisses. Seine Werke wurden u. a. im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main, im Neuen Schloss Eremitage Bayreuth und im Sprengel Museum Hannover ausgestellt.
